Weitwinkelobjektiv im Miniformat

In Kalifornien haben Forscher der Jacobs School of Engineering eine sphärische Weitwinkellinse entwickeln können, welche insbesondere durch ihre minimalistische Größe ins Auge springt. Das Objektiv hat in etwa die Größe einer Walnuss und ist im Vergleich zu herkömmlichen Weitwinkelobjektiven ein wahrer Winzling. Die Weitwinkelkamera wurde für das Darpa-Program, entwickelt, also Kameratechnik für Soldaten. Angekündigt wurde bereits eine Miniaturkamera mit fünfundachtzig Megapixeln.

Die sphärische Linse

Unter einer sphärische Linse sind die beiden optisch aktiven Flächen sphärisch, was bedeutet, dass diese die Oberflächenausschnitte einer Kugel sind. Unterschieden wird hierbei zwischen den sogenannten Zerstreuungslinsen und den Sammellinsen. Zerstreuungslinsen verfügen über zwei konkave oder eine konkave und eine ebenen Fläche, welche am Rand voluminöser als in der Mitte ist. Wichtig ist die Tatsache, dass die Brennweite in diesem Fall negativ ist. Anders ist dies bei der Sammellinse; diese verfügt ebenfalls über zwei konvexe, oder eine konvexe und eine ebene Fläche, hat aber eine positive Brennweite. Die hier vorgestellte sphärische Linse erzeugt hingegen Weitwinkelaufnahmen ohne chromatische Aberrationen oder Auflösungsverluste an den Rändern. Mit Hilfe von Glasfasern wird das Licht direkt zum Sensor geleitet, um auf diese Weise eine sphärische Projektionen auf die Oberfläche zu bekommen. Das lichtstarke Objektiv verfügt über eine auffallend hohe Auflösung und ist mit Sicherheit eine besonders relevante Entdeckung.

Einsatzgebiete – wo könnte sich die Technik durchsetzen?

Praktisch im privaten Einsatzgebiet wäre die Verwendung von der sphärischen Weitwinkellinse für die internen Kameras von Smartphones. Diese verfügen zwar häufig über eine recht hochauflösende Kamera, allerdings könnte man hier mit einer entsprechenden Weitwinkellinse eine ganz neue Dimension der Mobiltelefon-Fotografie erreichen.

Herkömmliche DSLR-Modelle wiegen viel und machen sich bei dem Transport stets bemerkbar. Wer beispielsweise einem Vorhaben nachgeht, wo das mitnehmen einer Kamerausrüstung als Last empfunden wird, hätte mit der neuen Technik keinerlei Probleme mehr. Durch die nur Walnuss-große Weitwinkellinse würde man nun hochwertigste Bilder bekommen, ohne dabei verpflichtet zu sein, eine schwere und sperrige Ausrüstung mit sich herumzuschleppen.Wissenschaftlich gedacht, bringt die neue Technik wohl insbesondere Drohnen einen großen Vorteil; die fliegenden Kameras könnten eine erheblich verbesserte Bildqualität bekommen. Die Einsatzgebiete wären aber wohl noch weitgefächerter, wohin dies führt, bleibt abzuwarten. Insbesondere für Privatanwender wäre im Vorfeld wohl auch der Preis relevant, alles andere wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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