Gebogene Bildsensoren für eine höhere Auflösung

Megapixel jenseits der 10 Millionen-Marke im Kompaktbereich Gebogene Bildsensoren für eine höhere Auflösung bald denkbar? Immer mehr Pixel in immer kleineren Kameras: So in etwa lässt sich die Entwicklung im Bereich der digitalen Fotografie der letzten Jahre kurz und knapp zusammenfassen. Statt wahre Innovationen zu liefern, versuchten sich die verschiedenen Hersteller gegenseitig im Wettlauf um die Megapixel zu übertrumpfen. Die immer höhere Auflösung führte jedoch auch zu konstruktionsbedingten Problemen vor allem in kleineren Kompaktkameras. Da durch die kleinen Linsen mit in der Regel relativ geringer Brennweite nur verhältnismäßig wenig Licht auf die Bildsensoren fallen kann, wird ein Teil der theoretisch zur Verfügung stehenden Megapixel nicht korrekt abgebildet. Entweder werden einige Pixel gar nicht belichtet, oder es kommt zu Verfälschungen durch Reflexionen an den Rändern der eng beieinander auf dem Kamerachip liegenden Sensoren.

Gebogene Bildsensoren für eine höhere Auflösung

Nun jedoch soll eine neue technische Entwicklung dieses Problem beheben. Zumindest in der Theorie ist es Dank einer vermutlich bahnbrechenden Erfindung auf dem Gebiet der Digitalfotografie nun möglich, auch in Kompaktkameras Auflösungen jenseits der 10-12 Megapixel unverfälscht darzustellen. Gewölbte Photodetektoren sollen auch bei Digitalkameras ohne Objektive mit hoher Brennweite eine gute Fokussierung ermöglichen. Aus Germanium gefertigt, sollen diese Lichtdetektoren flexibel nach dem Vorbild des menschlichen Auges gefertigt werden. Durch die Krümmung des Bildchips wird nur noch eine einzige Fokussierlinse benötigt – die Lichtprobleme der Vergangenheit sollten damit passé sein. Gleichzeitig können so solch tiefenscharfe Fotos selbst mit kleinen Kompaktkameras geschossen werden, wie sie man sie sonst bislang nur von vollwertigen digitalen Spiegelreflexkameras mit teuren Wechselobjektiven erwarten konnte.

Das Aus für die DSLRs?

Dennoch werden die DSLR-Kameras deswegen wohl kaum zu Museumsstücken degradiert: Noch ist die Fertigung der gebogenen Chips mit Halbleitern aus Germanium nicht produktionsreif. Für eine flexible Fokussierungsmöglichkeit ist eine doppelachsige Krümmung von Nöten, wie sie vom menschlichen Auge bekannt ist. Dies ist bislang bei Fotochips noch nicht möglich, da die verwendeten Materialien nicht biegsam genug sind. Zwar gibt es bereits Ansätze, die hemisphärische Detektorfläche aus einem speziellen Gummi zu fertigen und somit die nötige Flexibilität des Chips zu gewährleisten, jedoch konnte mit diesem Material die notwendige Pixeldichte bislang nicht erreicht werden. Sollte dies in Zukunft möglich sein, steht eine wahre Revolution im Bereich der digitalen Kompaktkameras bevor. Wer daneben jedoch Wert auf eine höhere Flexibilität hinsichtlich der diversen Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera sucht, wird wohl auch in Zukunft weiter zur digitalen Spiegelreflexkamera greifen. Professionelle Fotografen müssen sich also keine Sorgen um den Fortbestand der Königsklasse der Digicams machen.

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