Digitalkamera Kaufberatung – Worauf sollte man achten?

Jeder der sich mit dem Kauf einer Digitalkamera beschäftigt hat weiß, dass der Markt unglaublich unübersichtlich ist und das gerade der Laie oft keine Ahnung hat was er eigentlich benötigt. Oft wird mit Begriffen wie Megapixeln jongliert und Verkäufer möchten Ihnen erzählen das es allein darauf ankommt. Allerdings gibt es beim Digitalkamerakauf einige wichtige Fragen, die Sie sich vor Augen führen sollten. Dieser Guide soll Ihnen Stück für Stück aufzeigen welche Dinge bei der Kaufentscheidung für Sie wichtig sind und Ihnen eine Idee geben welchen Kameratyp Sie am besten kaufen sollten.

  1. Der richtige Digitalkamera-Typ

    Zu Beginn der Kaufentscheidung sollte man sich für den Kameratyp entscheiden, da es hier nicht nur im Preis, sondern auch in der Funktionsvielfalt signifikante Unterschiede gibt. Dabei unterscheidet man grob 4 Kameratypen:
    • Kompaktkamera
    • Bridgekamera
    • Systemkamera
    • Spiegelreflexkamera (DSLR)
    Um Ihnen einen ersten Eindruck zu geben, haben wir ein Video eingebunden, das ein paar Basics aufgreift und erste Tipps gibt. (Einfach auf „Play“ drücken und laufen lassen – der „Direkt zum Video“ Button verschwindet automatisch sobald der eigentliche Guide beginnt. Also einfach "Play" drücken und nichts weiter machen.)



    Zusammenfassung des Videos auf einen Blick:

    Kompaktkamera
    Diese sehr kleine Digitalkamera eignet sich perfekt für den anspruchslosen „Spontan-Knipser“ der das Gerät oft in der Tasche bei sich trägt und einfach nur den Augenblick festhalten möchte. Dieser Kameratyp bietet wenig Funktionen aber dadurch auch wenig Know-How und ist damit perfekt für den schnellen Schnappschuss.

    Systemkamera
    Diese ebenfalls sehr kleine und somit handliche Kamera ist quasi das „Update“ zur Kompaktkamera. Zwar verfügt sie auch nur über wenige Einstellmöglichkeiten, erlaubt aber schon das Auswechseln des Objektives, so dass dem Fotografen durch den Anbau eines Weitwinkel-, Makro- oder Fisheye Objektiv mehr Möglichkeiten geboten werden. Allerdings ist, wie im Video angedeutet, das Zubehör etwas begrenzt weswegen viele Käufer gleich direkt zur Spiegelreflexkamera greifen.

    Spiegelreflexkamera (DSLR)
    Die Vorteile dieses Kameratyps sind relativ eindeutig, wodurch sogar Profifotografen die Spiegelreflexkamera nutzen. Das umfangreiche Zubehör und die Vielfalt an Einstellmöglichkeiten machen wirklich Spaß, benötigen aber eine gewisse Eingewöhnungsphase. Natürlich greifen nicht nur Profis zur DSLR, sondern auch Hobbyfotografen, die einfach mal etwas rumprobieren möchten. Inzwischen sind die Preise auch etwas gesunken, so dass man für 400-500€ schon eine wirklich gute Spiegelreflexkamera bekommen kann.

    Bridgekamera
    Auch wenn dieser Typ im Video nicht genannt wurde, so möchten wir dennoch auf die Bridgekamera eingehen, da sie einige interessante Eigenschaften hat. Sie stellt in gewisser Weise (ähnlich wie die Systemkamera) ein Bindeglied zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera dar. Sie bietet in reduzierter Version die Möglichkeiten einer DSLR, hat aber deutlich mehr zu bieten als eine Kompakte. Im Gegensatz zur Systemkamera, bei der sich nichts manuell einstellen lässt, kann der Laie sich hier etwas ausprobieren. Allerdings greifen viele Hobbyfotografen wegen des geringen Preisunterschieds meistens direkt zu einer Spiegelreflexkamera.

    Wie Ihnen vielleicht aufgefallen ist, haben wir die im Video genannte Superzoom-Kamera nicht diskutiert, was an der oft schlechten Bildqualität liegt. Bei einem so starken Zoom in einer relativ kleinen Kamera sind die stark gezoomten Bilder oft nur mäßig und ohne Stativ kann das Bild kaum ruhig gehalten werden. Daher beziehen wir uns lieber auf die vier von uns genannten Kameratypen.

  2. Wie viel Megapixel brauche ich?

    Die meisten Digitalkameras haben zwischen 8-16 Megapixel, was auch absolut ausreichend ist. Zu viel Megapixel können unter Umständen sogar für ein schlechteres Bild sorgen, was sich durch ein sogenanntes „Rauschen“ äußert. Dieses entsteht wenn immer mehr Pixel auf dem Sensor angeordnet werden und diese unter bestimmten Bedingungen dadurch weniger Licht bekommen.

    Vorteil einer hohen Megapixelzahl ist im Gegenzug natürlich die Möglichkeit, die Bilder in großen Formaten auszudrucken oder auch Ausschnitte stark zu vergrößern ohne einen Qualitätsverlust zu haben. Aber schon bei einer Auflösung von 8 Megapixeln sind Ausdrucke in DIN A4 Format kein Problem. Hier eine kleine Tabelle mit Richtwerten, wobei es zu gewissen Unterschieden zwischen den einzelnen Kameras kommen kann:

    Megapixel mögliches Fotoformat
    4 Megapixel 10x15 Zentimeter
    6 Megapixel 13x18 Zentimeter
    8 Megapixel Din A4
    10 Megapixel Din A3
    mehr als 12 Megapixel Din A2 (Poster)

  3. Was möchte ich fotografieren?

    Eine Frage, die für „Schnappschuss-Touristen“ meistens egal ist, sich aber für Hobbyfotografen und Profis allerdings stellt ist: „In welchen Situationen werde ich die meisten Bilder machen und was will ich eigentlich fotografieren?“ Abgesehen von verschiedenen Objektiven wie Makros für Nahaufnahmen oder Weitwinkel für Landschaftsbilder (an sich nur für Spiegelreflexkameras interessant) ist die Auslöseverzögerung viel interessanter. Wenn die meisten Bilder unbewegte Motive wie Landschaften, Architektur oder Portraits sein werden, so kann dieser Punkt vernachlässigt werden.
    Möchte man allerdings actionreiche Bilder wie Tieraufnahme oder Sportbilder schießen, so spielt die Auslöseverzögerung eine große Rolle. Diese Verzögerungszeit beschreibt den Zeitraum vom abdrücken bis hin zum Auslösen. Ebenso wichtig kann bei Actionaufnahmen die „Serienbildfunktion“ sein, wodurch innerhalb weniger Millisekunden mehrere Bilder nacheinander geschossen werden.

  4. Die Wahl der Speicherkarte

    Bei den Speicherkarten bieten viele Hersteller inzwischen die verschiedensten Speichertypen an, wobei die einen mehr und die anderen weniger kosten. Entscheidend ist hier auch nicht nur die Größe der Speicherkarte denn es ist logisch, dass wenn mit hoher Auflösung fotografiert oder sogar gefilmt wird, dies eine Menge an Platz benötigt. Viel entscheidender ist die Kompatibilität der Speicherkarte zu anderen Geräten! Inzwischen funktionieren die meisten Digitalkameras mit SD Karten oder den neueren SDHC Karten, wodurch es sich empfiehlt sich beim Kauf diesem Standard anzuschließen sofern man die SD-Karten eventuell auch anderwärtig benutzen möchte (Spielekonsolen, Camcorder etc.).

  5. Zusätzliche Features und Fazit der Digitalkamera Kaufberatung

    Nachdem die wichtigsten vier Punkt erläutert worden sind, kann man nun über weitere nette Features sprechen die „nice to have“ sind aber keine Notwendigkeit darstellen. So sind für viele Fotografen ein guter Bildstabilisator eines der wichtigsten Zusatzfeatures. Dieser sorgt auch beim heran zoomen dafür, dass das Bild nicht verwackelt und man so bis zu einem bestimmten Punkt auf ein Stativ verzichten kann.
    Eine ebenfalls oft genutzte Funktion ist der Video-Modus. Viele der Digitalkameras verfügen über diese Funktion, viele ermöglichen inzwischen sogar Aufnahmen in HD und machen so einen Camcorder fast überflüssig.
    Weiterhin sind für viele Hobbyfotografen die oft zahlreich mitgelieferten Motivprogramme von großer Bedeutung. So haben inzwischen fast alle Digitalkameras diverse Programme für Sport-, Nacht-, Landschafts-, Makro- oder Porträtaufnahmen. Zudem haben fast alle Modelle eine Gesichts- oder teilweise sogar eine Blinzelerkennung, wodurch genau dann ausgelöst wird wenn die Person gerade „richtig“ schaut. Somit fallen auch die üblichen Ausreden wie „ich hatte gerade die Augen zu“ weg.

Bei all dieser Funktionsvielfalt empfehlen wir in unserer Digitalkamera Kaufberatung sich jedoch auf die vier wichtigsten Punkt zu konzentrieren und sich dann erst den Rest des Pakets anzusehen! Wir hoffen das wir Ihnen ein paar wichtige Hinweise liefern konnten und hoffen ebenfalls das Sie unsere Seite nutzen um nach Ihrer perfekten Kamera zu suchen!

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